56-Allg (2) - Kopie.jpeg

Einst ein Zisterzienserinnen Kloster ist der Deissenhof seit Generationen im Familienbesitz und wurde 1975 von Alfred Eisele von seinem Vater übernommen.

Die ersten Jahre wurde der Hof weiterhin als konventioneller Milchviehbetrieb bewirtschaftet. 1982 haben sich Alfred und seine Frau Maria Eisele jedoch bewusst für den biologischen Landbau entschieden.

Dies hauptsächlich wegen gesundheitlicher Probleme, die die giftigen Spritz- und Düngemittel bei ihm auslösten. Aber auch der Raubbau an der Natur und die Abhängigkeit der konventionellen Landwirtschaft von der chemischen Industrie und vom Handel hat die beiden schon damals beschäftigt und gestört.

Von Stefan Müller, Bioland-Bauer aus Stetten bei Meersburg hat Alfred Eisele seinen "geistigen Einstieg in den biologischen Landbau" erhalten. Was damals noch ein steiniger Weg war - Biobauern galten als Aussteiger uns Spinner.

 

Als Erstes wurden sämtliche Spritz- und Düngemittel vom Deissenhof verbannt und stattdessen Kleegras angebaut, das Unkraut von Hand gejätet und mit Nützlingen experimentiert.

Abnehmer für «Bio-Produkte» zu finden war damals nicht einfach, so blieb die ersten Jahre nichts anderes übrig, als die biologischen Erzeugnisse des Hofes zu «konventionellen» Preisen an die örtlichen Verarbeitungsbetriebe wie der Grossmolkerei abzugeben.

Dies hat die Kosten natürlich bei weitem nicht gedeckt, über alternative Vertriebswege und Einnahmequellen musste nachgedacht werden. So wurde kurzerhand ein Stand gezimmert, um samstags auf dem Bad Saulgauer Wochenmarkt Kartoffeln und Getreide zu verkaufen. Das war der Einstieg in die

Direktvermarktung.

alter Hofladen

Von den Kunden motiviert, wurde das Angebot nach und nach erweitert und freitags der Flur im Bauernhaus zum ersten Hofladen der Umgebung umfunktioniert. Es wurde nun auch selbst angebautes Gemüse und Salat sowie hausgebackenes Vollkornbrot aus dem Holzbackofen verkauft.

Der Milchviehbetrieb wurde auf Angus-Mutterkuhhaltung umgestellt. So konnten nun auch Fleisch- und Wurstwaren von glücklichen Rindern auf dem Deissenhof angeboten werden.

Weitere Marktstände in Sigmaringen, Ebingen und Weingarten kamen dazu und der Hofladen wurde vom Hausflur in den renovierten, ehemaligen Schweinestall verlegt.

Das Sortiment wurde mit Produkten von Kollegen aus der Region und einer wöchentlichen Lieferung vom Biogrosshandel erweitert.

Das Angebot wurde umfangreicher und der Raum platzte bald aus allen Nähten. Ein weiterer Umzug stand an, dieses Mal in den ehemaligen Kuhstall des Hofes, wo sich der liebevoll renovierte Laden heute noch befindet.

Für eine sehr treue, jedoch mittlerweile betagte und mobil eingeschränkte Kundin war die Fahrt nach Boos in den neuen Hofladen leider nicht mehr möglich. So wurde auf den wöchentlichen Bank- und Postgängen eine Kiste mit Biogemüse eingepackt und zu ihr nach Hause gebracht.

Dies hat sich bald in der Nachbarschaft und Bekannten der Dame herumgesprochen - der Grundstein für den Deissenhof-Lieferservice war gelegt und wurde immer beliebter, sodass die Wochenmärkte aus Kapazitätsgründen nach und nach aufgegeben wurden.

Mit dem wohlverdienten Ruhestand von Maria und Alfred Eisele wurde der Hof an die Kinder Daniela und Martin und seine Frau Gabi Eisele übergeben. Martin und Gabi kümmern sich mit Ihren Mitarbeitern um die Mutterkühe, die Landwirtschaft, die Gärtnerei und betreiben zudem einen Landschaftspflegebetrieb. Gabi ist zudem für die Bäckerei, die Vermarktung und den Hofladen zuständig.

Neben Ihrer Verantwortung für den Lieferservice hat Daniela mit Ihrem Team in den letzten Jahren die Deissenhof-Manufaktur aufgebaut. Sie kreieren ständig neue Leckereien aus allem was der Hof hergibt und es wird gekocht und gebacken was das Zeug hält. Daniela war es auch, die den Hof zur plastikfreien Zone erklärt hat. So werden sämtliche Produkte der Manufaktur im Mehrwegglas oder in Papier verpackt.